Katalin Fáy | dr-bewusst-sein.de

Verstanden ist nicht gleich Erkennen

Der Verstand ist das Werkzeug des Egos. Der Verstand kann nur aufgrund von Erfahrungen funktionieren. Er kann nichts Neues kreieren. Alles was wir versuchen mit dem Verstand vorzustellen, hat immer mit der Vergangenheit zu tun. Er agiert aus der Vergangenheit, aus Erfahrungsansammlungen heraus. Daher ist der Verstand von sich aus nie kreativ.

„Kann man sagen, dass Verstanden ist nicht gleich Erkennen, weil der Verstand aus der Erfahrung, die ich gemacht habe versteht?“

Ja. Wir haben etwas erfahren, aber diese Erfahrung ist bereits mit Etiketten versehen. D.h. du läufst durch die Stadt und da ist Jemand unachtsam und läuft vorbei und schubst dich um. Und du fällst hin. Der Verstand versuchst zu dieser Erfahrung Verknüpfungen aufzustellen. Er verstärkt damit bereits vorhandene Glaubensüberzeugungen, wie zum Beispiel „ich werde missachtet“, oder was auch immer. Einerseits verstärkt er einen alten Glaubenssatz, aber er kann auch einen neuen Glaubenssatz kreieren.

Die Erfahrung ist also: Ich bin umgefallen. Wäre ich selbst achtsam gewesen, hätte ich rechtzeitig gemerkt, dass Jemand unachtsam unterwegs ist und ich wäre stabil geblieben. Aber das merkte ich nicht. Und was auch immer ich aus diesem Ereignis ableite, nicht das Ereignis selbst ist das Problem. Die Erfahrung ist nicht das Geschehene, sondern das, was ich daraus ableite als Konsequenz und welchen Glaubenssatz ich daraus kreiere. Der Verstand versteht nicht:Verstanden ist nicht gleich Erkennen. Er versucht zu erkennen, warum dies oder jenes passiert.

Und meine Konsequenzen, die ich aus vieler Geschichten kreiert habe werden zu Glaubensüberzeugungen, die mein Leben beeinflussen. Die bilden die Grundlage oder Grundmaterial für das Sammelbecken des Verstandes, die vom Ego gerne benutzt wird vor allem, weil das EGO sich mit denen identifiziert. Weil diese Erfahrungen mit dem alten Glaubenssatz in meinem System behaftet bleiben, sucht mein Unterbewusstsein immer wieder ähnliche Erfahrungen.

„Wieso heißt es denn >Das Ego<, wieso ist es nicht mein Ego, – denn Ego heißt ja eigentlich ich!?“

Nein. Das Ego sagt: „Das ist mein Ego“. Das ist das Spiel des Egos, all diese Erfahrungen für sich zu beanspruchen und die Glaubenssätze aufrecht zu halten. Aber die Erfahrungen mitsamt Glaubenssätze sind auch kollektive Erfahrungen. Nicht das „ICH“ ist das EGO, sondern die sogenannten „Ich-Geschichten“ die immer mit Bewertungen und Meinungen verknüpft sind. Alles Trennende, Absondernde hat mit dem EGO zu tun.

Es sieht zwar so aus: Ich bin umgefallen, aber gleichzeitig sind da noch Millionen von Menschen die irgendwo umgefallen sind. Und dieses Umfallen, oder die Unachtsamkeit oder was auch immer sind kollektive Erfahrungen. Und ich spiele gerade in dieser kollektiven Erfahrung diese Rolle. Wie das EGO-Spiel abläuft und wie das Ego funktioniert und wie wir aus diesem Spiel aussteigen können werden wir im nächsten Gespräch besprechen.

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